BESSERE FOTOS MIT DEN GRUNDLAGEN DER FOTOGRAFIE

Ihr habt großen Spaß am Knipsen? Mit diesem Grundwissen wird Euch der Einstieg in die Welt der Fotografie erleichtert und Ihr könnt lernen schöne Fotografien zu schießen.

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Informationen in kürze:

Einfach den Auslöser drücken und schon ist das Bild im Kasten! Dank moderner Handy-, Kompakt- und Spiegelreflexkameras ist der Einstieg in die Welt der Fotografie heute einfacher denn je. Dabei können sich die Ergebnisse in der Regel durchaus sehen lassen, denn ausgefeilte Automatikprogramme übernehmen für den Anfänger alle wichtigen Einstellungen. Je länger du allerdings fotografierst, desto schneller wirst du feststellen, dass die Qualität deiner Fotos an Grenzen stößt, besonders wenn du sie mit denen von professionellen Fotografen vergleichst. Spätestens an diesem Punkt wirst du erkennen, dass die digitale Fotografie ein recht komplexes Gebiet ist.

Gerade Anfänger fühlen sich von den vielen Fachbegriffen wie Belichtungszeit, Blende und Brennweite häufig erschlagen und haben unzählige Fragen. Welche Kamera ist die richtige für mich? Welchem Zweck dienen die unterschiedlichen Einstellmöglichkeiten? Wie wichtig ist das Licht? Und wie gestalte ich ein spannendes Bild? Antworten auf alle diese Fragen und das nötige Grundwissen um bessere Fotos zu schießen, erhältst du in diesem kleinen 1×1 der Fotografie.

 

Aufbau einer Kamera und die unterschiedlichen Kameratypen

Am grundsätzlichen Funktionsprinzip einer Kamera hat sich seit Anbeginn der Fotografie nichts geändert: Licht fällt durch ein Loch bzw. Objektiv auf ein lichtempfindliches Medium (z.B. Film oder Bildsensor), welches die Bildinformationen speichert. In welcher Qualität dies geschieht, hängt sowohl von der Güte der verwendeten Kamerakomponenten als auch von der Art der Kamera selbst ab. Diese werden heute grob in drei Kategorien eingeteilt:

– Handykameras
– Kompakt- und Bridgekameras
– System- und Spiegelreflexkameras

Jeder dieser Kameratypen ist auf die Anforderungen einer unterschiedlichen Zielgruppe ausgerichtet, weswegen die Wahl der passenden Kamera einer der wichtigsten Schritte auf dem Weg zu besseren Bildern ist.

Handykameras

Die meisten Anfänger machen heutzutage ihre ersten Fotoerfahrungen mit der Kamera des Smartphones. Der große Vorteil an diesen Kameras ist, dass du sie normalerweise immer dabei hast und so auch spontane Situationen einfangen kannst. Mittlerweile verfügen Smartphones auch über eine durchaus brauchbare Kamerahardware, deren Auflösung sogar großformatige Ausdrucke erlaubt. Möchtest du allerdings mehr als nur Schnappschüsse oder Selfies machen, wirst du mit dem relativ kleinen Bildsensor einer Handykamera schnell an qualitative und gestalterische Grenzen stoßen.

Kompakt- und Bridgekameras

Während Kompaktkameras beinahe genauso handlich wie Smartphones sind, erinnern Bridgekameras mit ihrem großen Objektiv eher an eine kleine Spiegelreflexkamera. Beide Kameravarianten bieten allerdings eine ähnlich hohe Bildqualität, die deutlich über der eines Smartphones liegt. Dies liegt hauptsächlich an den größeren Bildsensoren sowie der hochwertigeren Optik, die allerdings genau wie bei Smartphones nicht auswechselbar ist. Kompakt- und Bridgekameras besitzen dafür aber in der Regel einen optischen Zoom, mit dem du ferne Objekte ohne Qualitätsverluste näher heranholen kannst.

System- und Spiegelreflexkameras

System- (DSLMs) und Spiegelreflexkameras (DSLRs) zeichnen sich vor allem durch ihre auswechselbaren Objektive sowie die großen Sensoren aus. Sie sind dadurch allerdings auch deutlich größer und schwerer als Kompakt- oder Handykameras, bieten dafür aber auch eine herausragende Bildqualität. Durch die integrierten Automatikprogramme können zwar auch Anfänger mit diesen Kameras ohne Probleme hochqualitative Fotos schießen, aufgrund der umfangreichen manuellen Einstellungsmöglichkeiten richtet sich diese Kameraklasse jedoch in erster Linie an ambitionierte Hobbyfotografen und Profis.

Hochwertige Objektive sind unerlässlich

Dem Objektiv solltest du bei der Kamerawahl besondere Beachtung schenken, denn als Auge der Kamera hat es einen entscheidenden Einfluss auf die Qualität deiner Fotos. Schließlich muss das Licht des Motivs immer erst die Linsen des Objektivs passieren, bevor es auf den Bildsensor gelangt. Gerade bei Kompakt-, Bridge- oder Handykameras, deren Objektive nicht austauschbar sind, solltest du daher auf eine hohe Güte der Optik achten.

Starke Weitwinkelobjektive werden auch Fisheye-Objektive genannt, da sie durch ihren großen Bildwinkel das Motiv tonnenartig verzeichnen.

© Kelly Vandellen/Fotolia.com. Starke Weitwinkelobjektive werden auch Fisheye-Objektive genannt, da sie durch ihren großen Bildwinkel das Motiv tonnenartig verzeichnen.

Ein wichtiger Faktor, welcher die Güte eines Objektivs auszeichnet, ist die Lichtstärke. Je größer diese ist, desto mehr Licht kann durch das Objektiv auf den Sensor fallen. Ein lichtstarkes Objektiv ermöglicht es dir somit, auch bei ungünstigen Lichtverhältnissen noch gute Fotos aus der freien Hand zu schießen.

Neben der Lichtstärke ist die Brennweite der zweite wichtige Faktor eines Objektivs. Sie wird in Millimetern angegeben und bestimmt zusammen mit der Sensorgröße den möglichen Bildausschnitt. Während die Brennweite bei Objektiven von Handykameras in der Regel fest vorgegeben ist (Festbrennweite), lässt sie sich bei einer Kompakt- bzw. Bridgekamera mit Zoomobjektiv in einem gewissen Bereich frei einstellen, wodurch du zusätzliche Gestaltungsmöglichkeiten erhältst. Die größte Freiheit bieten dir allerdings DSLMs und DSLRs, bei denen du das Objektiv austauschen kannst. Je nachdem, welchen Bildwinkel ein Objektiv abbildet, wird es in eine von drei Kategorien eingeteilt:

– Weitwinkelobjektiv
– Normalobjektiv
– Teleobjektiv

Dabei entspricht das Normalobjektiv mit einer Brennweite von 50 mm in etwa dem Blickwinkel des menschlichen Auges, wodurch besonders natürlich wirkende Proportionen erreicht werden. Ein Weitwinkelobjektiv mit 24 mm oder weniger fängt dagegen einen größeren Bildwinkel ein und eignet sich daher ideal für die Architekturfotografie und das Fotografieren innerhalb von Gebäuden. Teleobjektive mit einer Brennweite von 80 mm oder mehr nehmen dagegen einen deutlich kleineren Bildwinkel auf und stellen die aufgenommenen Motive dadurch vergrößert dar. Die Brennweite des verwendeten Objektivs ist somit ein entscheidender Faktor bei der gesamten Bildgestaltung.

 

Bildaufbau – das Motiv wirkungsvoll in Szene setzen

Wenn du ansprechende Fotos schießen möchtest, genügt es nicht einfach die Kamera auf das Motiv zu richten und abzudrücken. Wo du das Motiv auf dem Foto positionierst, hat nämlich einen wesentlichen Anteil an der Gesamtwirkung des Bildes. Aber wo soll das Motiv am besten hin? Direkt in der Mitte? Rechts unten oder links oben? Glücklicherweise gibt es einige gestalterische Grundregeln und Hilfsmittel, die dir eine wirkungsvolle Bildkomposition erleichtern.

Die Drittelregel in der Praxis: Die untergehende Sonne wurde auf den unteren rechten Kreuzungspunkt gelegt, wodurch das Motiv wesentlich ansprechender wirkt, als wenn sie direkt in der Mitte des Fotos platziert worden wäre.

© Gabriele Maltinti/Fotolia.com. Die Drittelregel in der Praxis: Die untergehende Sonne wurde auf den unteren rechten Kreuzungspunkt gelegt, wodurch das Motiv wesentlich ansprechender wirkt, als wenn sie direkt in der Mitte des Fotos platziert worden wäre.

Gute Ausgangspunkte für eine ansprechende Bildgestaltung sind der goldene Schnitt und die Drittelregel. Diese Gestaltungsregeln richten sich nach der menschlichen Wahrnehmung und werden schon seit der Antike in der Kunst sowie der Architektur angewendet. Sie basieren darauf, was der Mensch als optisch spannend und harmonisch empfindet. Bei der Drittelregel, die dem goldenen Schnitt sehr nahe kommt, wird der Bildbereich einfach durch zwei vertikale und zwei horizontale Linien in 9 gleich große Teile geteilt. Auf diese Weise bilden die Linien 4 Kreuzungspunkte, die sich gleichmäßig um die Bildmitte verteilen. Dieses sind in der Regel die besten Plätze für das Hauptmotiv.

Neben der Position des Motivs wird die Bildwirkung auch entscheidend durch die Wahl des Bildausschnitts beeinflusst. Wenn du beispielsweise die majestätische Größe eines Berges darstellen möchtest, dann solltest du den Bildausschnitt so wählen, dass die Menschen oder Objekte im Vordergrund deutlich kleiner wirken als der Berg im Hintergrund. Ansonsten kann es passieren, dass dieser später auf dem Foto lediglich wie ein kleiner Hügel wirkt.

Hast du das Motiv dann schließlich wie gewünscht im Sucher oder auf dem Display positioniert, ist es an der Zeit, das Foto zu belichten.

 

Eine korrekte Belichtung ist das A und O

Als Belichtung wird der Moment bezeichnet, in dem das Foto entsteht. Es ist der Augenblick nach dem Drücken des Auslösers, in dem das Licht vom Motiv auf den Bildsensor fällt. Dabei ist es allerdings wichtig, dass genau die richtige Menge an Licht aufgezeichnet wird, damit das Bild später weder unter- noch überbelichtet ist.

Wenn du im Automatikmodus fotografierst, kannst du dich dabei in den meisten Fällen auf die automatische Belichtungsfunktion der Kamera verlassen. Einzige Ausnahme sind Fotos mit einem hohen Schwarzanteil, Bilder mit viel Schnee sowie andere schwierige Lichtsituationen, wie beispielsweise Aufnahmen im Gegenlicht. Handy-, Kompakt- und Bridgekameras bieten für solche Situationen spezielle Belichtungsprogramme, die über das Menü der Kamera abgerufen werden können. System- und Spiegelreflexkameras haben diese speziellen Automatikprogramme in der Regel nicht, weswegen du bei schwierigen Lichtsituationen die Belichtungseinstellungen per Hand vornehmen solltest. Dazu musst du wissen, dass die Belichtung eines Fotos durch drei Faktoren bestimmt wird:

– Belichtungszeit
– Blende
– ISO-Wert

 

Was ist die Belichtungszeit und welche Bedeutung hat sie in der Praxis?

Die Belichtungszeit bezeichnet die Zeitspanne, in der Licht auf den Sensor fällt. Sie wird in Sekunden angegeben, wobei aber meistens nur mit dem Bruchteil einer Sekunde gearbeitet wird, also beispielsweise mit 1/60 oder 1/1000 Sekunde. Bei Handykameras wird dieser Wert in der Regel von der Automatik eingestellt und kann nicht manuell verändert werden. Kompakt- und Bridgekameras bieten dagegen zwar meistens die Möglichkeit, die Belichtungszeit manuell einzustellen, allerdings ist dies nur umständlich über das Menü der Kamera möglich. Deutlich komfortabler lässt sie sich dagegen an DSLMs und DSLRs verändern, da diese in der Regel ein Einstellrad am Gehäuse besitzen.

Bei extrem kurzen Belichtungszeiten von 1/2000 Sekunde oder weniger, erscheinen selbst die Flügel eines Kolibris wie "eingefroren".

© Henner Damke/Fotolia.com. Bei extrem kurzen Belichtungszeiten von 1/2000 Sekunde oder weniger, erscheinen selbst die Flügel eines Kolibris wie “eingefroren”.

In der Praxis macht die manuelle Regulierung der Belichtungszeit vor allem dann Sinn, wenn du Bewegungen absichtlich scharf oder unscharf abbilden möchtest oder wenn mehrere aufeinanderfolgende Aufnahmen mit der gleichen Belichtungszeit aufgenommen werden sollen. Dies ist vor allem in der Sport- oder Tierfotografie von Vorteil, wo sich die Motive schnell bewegen und häufig mit hohen Brennweiten gearbeitet wird. Damit in diesen Situationen keine Bewegungsunschärfe entsteht, musst du eine sehr kurze Belichtungszeit wählen, die sowohl die Eigengeschwindigkeit des zu fotografierenden Motivs, als auch seinen Abstand zum Objektiv berücksichtigt.

 

 

Was ist die Blende und welche Bedeutung hat sie in der Praxis?

Die Blende ist der zweite wichtige Faktor bei der Belichtung. Sie befindet sich im Inneren des Objektivs und besteht bei Handykameras meistens aus einer simplen Scheibe mit einem Loch in der Mitte. Aus diesem Grund ist eine Veränderung der Blendenöffnung in der Regel bei diesen Kameras auch nicht möglich. Bei Kompakt- und Bridgekamera-Objektiven sowie Objektiven von DSLMs und DSLRs ist die Blende dagegen als verstellbarer Ring konstruiert, der aus mehreren Lamellen besteht.

Die weit geöffnete Blende lässt den Hintergrund in der Unschärfe verschwinden und lenkt dadurch die Aufmerksamkeit des Betrachters auf das Model.

© Antonia Guillem/Fotolia.com. Die weit geöffnete Blende lässt den Hintergrund in der Unschärfe verschwinden und lenkt dadurch die Aufmerksamkeit des Betrachters auf das Model.

Durch eine Veränderung der Blendenöffnung kannst du die Lichtmenge bestimmen, die durch das Objektiv auf den Sensor fällt. Dabei ist zu beachten, dass eine kleine Blendenzahl (z.B. f1,4) einer großen Blendenöffnung und eine hohe Blendenzahl (z.B. f16) einer kleinen Blendenöffnung entspricht. Durch eine Veränderung der Blende steuerst du aber nicht nur die Belichtung des Fotos, sondern auch seine Schärfentiefe. Dieser Begriff bezeichnet den Bereich vor und hinter dem fokussierten Motiv, der auf dem Foto noch scharf dargestellt wird. Je weiter die Blende geschlossen ist, desto größer wird dieser Bereich und desto mehr Schärfentiefe erhält man.

Die richtige manuelle Einstellung der Blende erfordert einiges an Erfahrung. Diese erhältst du ausschließlich, indem du mit unterschiedlichen Einstellungen experimentierst. Dafür suchst du dir am besten ein unbewegliches Motiv und fotografierst dieses mit unterschiedlichen Blendeneinstellungen. Anschließend kannst du die Fotos am Computer vergleichen und so direkt die Auswirkungen der unterschiedlichen Blendenöffnungen beurteilen.

Die folgende Tabelle gibt dir ein paar Anhaltspunkte, für welche Motive bestimmte Blendeneinstellungen sinnvoll sein können:

Offene bis mittlere Blende (f1 – f4.5)
– Porträts, bei denen der Hintergrund in der Unschärfe verschwinden soll
– Makroaufnahmen
– Nachtaufnahmen, um das vorhandene Licht so gut wie möglich auszunutzen

Mittlere bis geschlossene Blende (ab f4.5)
– Landschaftsaufnahmen, bei denen eine hohe Tiefenschärfe gewünscht ist
– Porträts mit einfarbigem Hintergrund
– Fotos, bei denen viele Bildbereiche scharf dargestellt werden sollen

 

Was ist der ISO-Wert und welche Bedeutung hat er in der Praxis?

Der ISO-Wert ist der dritte und letzte Faktor der Belichtung. Er bestimmt die Lichtempfindlichkeit des Bildsensors und kann praktisch bei allen Kameratypen manuell über das Menü oder einen speziellen Knopf am Gehäuse eingestellt werden. Allerdings hat die Erhöhung des ISO-Werts einen entscheidenden Haken: Mit steigender Lichtempfindlichkeit sinkt die Bildqualität erheblich. Je nach Kameramodell wird bereits ab ISO 400 ein deutliches Bildrauschen sichtbar, welches von den meisten Betrachtern als äußerst störend wahrgenommen wird. Das Bildrauschen kann zwar später am Computer etwas verringert werden, fehlende Details lassen sich dadurch aber nicht wiederherstellen. Wenn du Wert auf eine sehr gute Bildqualität legst, solltest du daher, wo immer es möglich ist, den niedrigsten ISO-Wert wählen. Bei den meisten Kameras ist dies ISO 100 oder ISO 50.

Es gibt allerdings auch Aufnahmesituationen, in denen du den ISO-Wert trotz der erhöhten Gefahr des Bildrauschens manuell höher einstellen solltest. Dies kann beispielsweise in der Sport- und Tierfotografie der Fall sein, wo man kurze Belichtungszeiten benötigt, um das Motiv in seiner Bewegung einzufrieren. Aber auch bei Nachtaufnahmen ohne Stativ oder Blitz ist eine Erhöhung des ISO-Werts die einzige Möglichkeit, brauchbare Fotos zu erhalten.

 

Die Bedeutung des Lichts in der Fotografie

Das quadratische Entfernungsgesetz in der Praxis: Während das Model korrekt ausgeleuchtet wird, verschwindet seine Umgebung vollständig in der Dunkelheit.

© blackday / Fotolia.com. Das quadratische Entfernungsgesetz in der Praxis: Während das Model korrekt ausgeleuchtet wird, verschwindet seine Umgebung vollständig in der Dunkelheit.

Wie du sicher bereits erkannt hast, spielt das Licht eine entscheidende Rolle in der Fotografie. Dabei solltest du aber beachten, dass Licht nicht gleich Licht ist. Je nach Quelle weist es eine unterschiedliche Helligkeit und eine unterschiedliche farbliche Zusammensetzung, die sogenannte Farbtemperatur, auf. Im täglichen Leben merken wir von den unterschiedlichen Farbtemperaturen allerdings nur wenig, da sich das menschliche Auge automatisch an verschiedene Lichtquellen anpassen kann. Auf einem Foto können allerdings starke Farbabweichungen auftreten, die mit der eigenen Wahrnehmung nur wenig gemein haben und dadurch die gesamte Bildstimmung zerstören. In der Digitalfotografie lässt sich dies mittels eines Weißabgleichs korrigieren. Dabei ist der automatische Weißabgleich der Kamera in den meisten Fällen vollkommen ausreichend. Einzig bei schwierigen Lichtsituationen kann es notwendig sein, diesen manuell an der Kamera einzustellen oder im Nachhinein am Computer zu korrigieren.

Bei künstlichen Lichtquellen, wie beispielsweise einem Blitz, spielt neben der Farbtemperatur aber auch die Entfernung zum Motiv eine wichtige Rolle. Denn die Beleuchtungsstärke nimmt mit dem Quadrat der Entfernung zur Lichtquelle ab. Dies bedeutet nichts anderes, als dass bei einer Verdopplung der Entfernung die Lichtmenge um das Vierfache abnimmt. Um ein Motiv daher alleine mit Kunstlicht richtig auszuleuchten, kann es häufig notwendig sein, mehrere Lichtquellen im Raum zu verteilen.

 

Nützliches Zubehör für bessere Fotos

Wie das Beispiel der zusätzlichen Lichtquellen zeigt, reicht das fotografische Wissen alleine nicht immer aus, um ansprechende Fotos zu schießen. In vielen fotografischen Situationen brauchst du auch das nötige Zubehör, um das Motiv in der gewünschten Art und Weise abzulichten. So kannst du deine Kompakt-, System- oder Spiegelreflexkamera beispielsweise mit einem stabilen Stativ ergänzen, um auch dann noch scharfen Fotos schießen zu können, wenn die herrschenden Lichtverhältnisse ein Fotografieren aus der freien Hand nicht mehr zulassen. Bei DSLMs und DSLRs lohnt sich zudem die Investition in einen guten Polfilter zur Reduzierung von Reflexionen sowie einen Graufilter für Langzeitaufnahmen bei Tageslicht, da deren Effekte sich im Nachhinein am Computer nicht nachstellen lassen.

 

Übung macht den Meister

Wie eingangs bereits erwähnt, ist die Fotografie ein komplexes Gebiet, welches sich nicht innerhalb weniger Tage erlernen lässt. Mit den Grundkenntnissen aus diesem kleinen 1×1 der Fotografie bist du nun aber ausreichend gerüstet, um deine eigenen Erfahrungen zu machen und deine Fähigkeiten dadurch immer weiter zu verbessern. Denn alles theoretische Wissen über Blende, Belichtungszeit und Bildkomposition ist praktisch nutzlos, wenn du es nicht immer wieder praktisch anwendest, damit es dir irgendwann in Fleisch und Blut übergeht.